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Holzsplitter - Klaviermechaniken

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dalbergia_63
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Holzsplitter - Klaviermechaniken

Beitrag von dalbergia_63 »

Liebe ForumskollegInnen,

für den November-Holzsplitter - den ich Euch wieder ganz exklusiv vor Erscheinen der Printausgabe des BM vorstellen möchte - habe ich einen ganz besonderen Holzverarbeitungsbetrieb in Meuselwitz in Thüringen besucht.

Die ursprünglich 1882 in Stuttgart im damaligen Zentrum des Tasteninstrumentenbaus gegründete Firma Louis Renner hat nach vielen Jahren in Gärtringen bei Böblingen ihren Firmensitz nach Thüringen verlegt und beliefert von dort aus namhafte Klavier- und Flügelhersteller in aller Welt mit ihren hölzernen Mechaniken, darunter solch klangvolle Namen wie Steinway & Sons oder Bechstein.

Aber kommt doch selber mit und werft einen Blick in diesen hölzernen Feinmechanikbetrieb ...

11_2026_Renner_Klaviermechaniken.pdf

Habt wie immer viel Spaß beim Lesen und Stöbern.

Das wünscht Euch mit handwerklich-kollegialen Grüßen

Heinz
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Hohenzollerndrechsel
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Re: Holzsplitter - Klaviermechaniken

Beitrag von Hohenzollerndrechsel »

Hallo Heinz,

Das ist ja mal wieder was einzigartiges was du hier aufgetrieben hast einfach genial. :prost:
Leider aus dem Schwabenland abgewandert :-(
Gruß
Hans
maserknollen
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Re: Holzsplitter - Klaviermechaniken

Beitrag von maserknollen »

Meine zwei Brüder und ich hatten als Vorpubertierende das Vergnügen, ein ausgemustertes Klavier aus der Verwandtschaft in seine Einzelteile zerlegen zu dürfen.
Mann, war das eine spannende Schatzsuche mit soviel Mechanik, Hebeltechnik und filzbehafteten Kleinteilen, die für drei technisch und handwerklich interessierte Lausbuben einfach nur faszinierend war. Es wurde Vieles interessant aussehendes Kleinzeug in Schuhkartons gesammelt und bei irgendwelchen Bastelprojekten wiederverwendet. Inspiriert unter anderem durch das Buch " Werkbuch für Jungen" aus den 60er oder frühen 70er
Jahren gab es da manche Vorlage und viele Teile haben bei Marionetten, Schiffsmodellen oder Fahrzeugen einen neuen Platz gefunden.

Meine Güte
Da liest man einen solchen Bericht und weiss auf einmal, welch feine Meisterwerke man da als Kind in der Hand hatte, um sie beispielsweise als Gelenke oder Füsse in irgendwelchen Handpuppen zu verbauen 8-)
Ein Sakrileg???
Ich glaube nicht!
Es gehörte zur Lebensprägung dazu :-P

Heinz- Vielen Dank, dass Du mir mit deinem Bericht ein Stückchen Kindheit ins Gedächtnis zurückgebracht hast.

LuSt
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Der krumme Baum lebt sein Leben.
Der gerade Baum wird ein Brett.
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Faulenzer
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Re: Holzsplitter - Klaviermechaniken

Beitrag von Faulenzer »

Ludger hat mir was voraus, er hat diese feinen Mechaniken schon in der Hand gehabt.
Sowas will man gerne mal erfühlen und die Funktion erkennen.

Heinz, Danke für den wieder schönen Blick in ein Feinhandwerk, welches einem sonst verborgen bleibt.
Gruß Frank

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Greenhoorn
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Re: Holzsplitter - Klaviermechaniken

Beitrag von Greenhoorn »

Ich bin da ganz bei Ludger,
Wir hatten noch ein ziemlich marodes Klavier im Keller von den vergeblichen Versuchen unserer Kinder Musik zu machen.
Niemand wollte es haben auch als Geschenk. Die Herstellerfirma in Dortmund zeigte auch kein Interesse.
Also habe ich es vorsichtig auseinander gebaut und die handwerkliche Präzision bewundert. Vor Ablösen des Gussrahmens vom Holz habe ich vorsichtshalber die Saiten durchtrennt. Jetzt weiß ich auch warum der Saitenschneider so heißt und es gab jedesmal einen letzten Ton.
Mit viel Muskelkraft wurde der Klavierkadaver dann aus dem Keller zur Entsorgung gebracht.
Tatsächlich konnte ich mich nicht von allen Teilen trennen und habe auch die Mechanik behalten. Was ich damit machen werde weiß ich noch nicht aber…

Gruß Georg
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Jens
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Re: Holzsplitter - Klaviermechaniken

Beitrag von Jens »

Hallo Heinz,

Danke für diesen tollen Bericht und den Einblick ins diese Instrumente.
Was für eine Mechanik und tausende Einzelteile 8-)

Viele Grüße
Jens
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Derfla
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Re: Holzsplitter - Klaviermechaniken

Beitrag von Derfla »

Grüß dich,Heinz,
und herzlichen Dank für wieder einen beeindruckenden Blick in die Welt all der wundersamen Dinge, die Meister ihres Faches aus Holz zaubern können.
Mit 30 habe ich mich auch mal etwas intensiver an unser Klavier gesetzt und versuchsweise Unterricht genommen. Es blieb bei dem Hänschen und dem Hans, der das nimmer mehr lernt- aber mein Klavierlehrer konnte dieselben auch stimmen und „an dem zu diesem Zweck offenen Klavierherzen“ hat er mir all das Innenleben erklärt und Vieles auseinander gebaut. Beim Klavier ist das deutlich übersichtlicher als beim Flügel, aber schon damals habe staunend und bewundernd vor den „zig“ hochpräzisen und dabei auch identischen Holzbauteilen gestanden und mich schon gefragt, wer diese Bauteile herstellt. Das es nicht der sog. Klavierbauer ist, habe ich nun gelernt.
… bin dir sehr dankbar dafür, Heinz.
Beste Grüße
Alfred
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Burgberger
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Re: Holzsplitter - Klaviermechaniken

Beitrag von Burgberger »

Griaß di Heinz,
vielen Dank für den tollen Bericht. Ist schon super, was da unsere Vorfahren für handwerkliche Leistungen vollbracht haben, die in weltweit vertriebenen Qualitätsprodukten gegipfelt sind. Hoffentlich erhält sich unser schönes Land noch viele dieser genialen "Köpfe".
Liebe Grüße aus dem Allgäu
Dieter
Aus dem schönen Allgäu wünsche ich allen das Beste!
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Reiseholz
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Re: Holzsplitter - Klaviermechaniken

Beitrag von Reiseholz »

Servus Heinz,

Wieder einmal ein Lesegenuss, danke dafür!
Liebe Grüße,
Tobias
Herzlichen Gruß, Tobias

was ich nicht kann, hab ich nur noch nicht gelernt
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dalbergia_63
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Re: Holzsplitter - Klaviermechaniken

Beitrag von dalbergia_63 »

Liebe ForumskollegInnen,

habt besten Dank für die teils sehr persönlichen Einblicke in Eure Beziehungen zum Klavier!

Als Nutzer "gegriffener Saiteninstrumente" habe ich eine eigene Sozialisierung:

Im Drei-Kinder-Arbeiterhaushalt war die Ausbildung am Klavier undenkbar. Vater spielte autodidaktisch etwas Akkordeon, Mutter wollte immer Gitarre lernen und sparte sich von ihrem Lehrlingsgehalt eine "vom Mund" ab, bekam dann aber keinen Zuschuss zum Unterricht von den Eltern.

Dennoch wurde diese Gitarre - immer mit umgezogen - Bestandteil meiner Kindheit und ich holte sie ab etwa 8 Jahren in unbeobachteten Augenblicken heimlich vom Schrank oder unter dem Ehebett hervor und entlockte ihr ein paar schräge Töne.

Mit 12 Jahren konnten die Eltern meinem Streben Gitarre zu lernen nicht mehr widerstehn und ich erhielt von einem, nur wenig älteren Nachbarsbuben Gitarrenuntericht. Neben Reinhard Mey und Hannes Wader war die rote "Mundorgel" (wer kennt sie noch?) mein Gesangbuch!

Um die Geschichte abzukürzen, ich spiele nach nun gut 50 Jahren immernoch mit Begeisterung Gitarre (und inzwischen auch weitere Saiteninstrumente von der Mandoline bis zum Kontrabass).

Dem handwerklichen Aspekt kam ich mit dem Wunsch Gitarrenbauer zu werden (nachdem die 10. Klasse am Gymnasium wiederholt wurde) Anfang der 1980er-Jahren näher. Aber da waren in der Region (Franken) keine Lehrstellen zu finden...

Ein weiterer Versuch nach dem Abitur und einem 2-jährigen Biologiestudium den Beruf des Gitarrenbauers zu ergreifen war auch nicht erfolgreich (Der Gitarrenbauer und Lautenbauermeister in meiner Heimatstadt Schwabach erklärte mir damals, mit was er einen Lebensunterhalt verdient: "Drei Tage in der Woche baue ich Instrumente, weitere drei Tage fahre ich LKW in einer Baufirma, um meine Familie zu ernähren!"

Daraufhin wurde ich Schreiner ...

Mit handwerklich-kollegialen Grüßen

Heinz
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Derfla
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Re: Holzsplitter - Klaviermechaniken

Beitrag von Derfla »

Hallo, Heinz,…
.. eine Geschichte, wie sie das Leben schreibt… ich habe mich in meine Jugend zurückversetzt gefühlt und spüre noch heute, wie sehr ich mir damals eine Gitarre gewünscht habe. Da Geld ein schwieriges Thema war, habe ich mit 16 in den Ferien im Steinbruch gejobbt. Und als ich mir dann endlich, endlich eine Gitarre kaufen konnte (Musikversand Lindberg in München).. gab es niemanden, der mir zumindest Grundlagen beigebracht hätte. Es gab eine Stimmpfeife und eine „Gitarrenschule“…. Es hat irgendwie und irgendwann zum Erfolg geführt…. mir tut heute noch meine Familie leid, die mein unendliches Üben mit der verstimmten Gitarre mit unendlicher Geduld ertragen hat.
Aber die Gitarre war und ist mir neben mittlerweile einigen anderen Instrumenten immer das Liebste geblieben.
Beste Grüße

Alfred
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dalbergia_63
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Re: Holzsplitter - Klaviermechaniken

Beitrag von dalbergia_63 »

Lieber Alfred,

besten Dank für Deinen sehr persönlichen Bericht zu Deiner musikalischen Sozialisierung - kommt mir sehr bekannt vor...

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