Forumsaufgabe 2026 "Fahrende Musik"
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Große Strickschale

Moderator: Harald

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HorstE
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Große Strickschale

Beitrag von HorstE »

Hallo zusammen,

meine erste große Strickschale ist gerade noch pünktlich zu Ostern fertig geworden und gleich in Gebrauch gegangen :-)
Strickschale_D21x18_in-Gebrauch.JPEG
Meine Tochter hat sich eine Strickschale gewünscht. Da musste ich erstmal "googeln", wie groß sowas sein soll.
Sie sollte größer als Angebote verschiedener Anbieter sein, um viel Wolle aufnehmen zu können.

Baustelle: Aktuell habe ich nur trockenes Brennholz => zu klein;
weiter habe ich diverses Frischholz => nicht kurzfristig nutzbar und Potential für Risse, an denen sich Wolle einhaken kann;
da kann ich nur auf meine Kastanie zurückgreifen - siehe viewtopic.php?p=209387#p209387
die ist noch nicht im Kamin gelandet :kloppe:
IMG_8933.JPEG
Da hatte ich die Wahl zwischen 24x24x22(h) oder 28x28x15(h). Um viel Wolle aufnehmen zu können, habe ich mich für den hohen Klotz entschieden; eben Stirnholz.
Begonnen habe ich nach außen rund machen mit aushöhlen mit der Schalenröhre und Mittelstütze, weiter habe ich mit dem Multi Ausdrehstahl bis 10 cm Tiefe ausgehöhlt und anschließend die Mittelstütze entfernt.
Strickschale_D21x18_Arb_1.jpg
Final habe ich bis 15 cm Tiefe gearbeitet, irgendwann mit "Angstpflaster" der Risse wegen ;-)
Strickschale_D21x18_Arb_2.jpg
Ich habe abwechselnd von innen nach außen und von außen nach innen gearbeitet und festgestellt, dass der Ausdrehstahl von außen nach innen besser schneidet.
Strickschale_D21x18_2a.JPEG
Nach Einwickeln der Schale in Frischhaltefolie habe ich von innen Epoxidharz "im Schleuderguss" in die Risse gebracht.
Einige Wurmlöcher habe ich vorher nach innen durchgebohrt und mit Kaffeepulver gefüllt, dass dann durch das Epoxidharz gebunden werden soll.
Weitere äußere Risse habe ich mit einer Schicht Epoxi außen bei niedriger Drehzahl eingearbeitet.
Zum final aushärten habe ich die Schale in einen Kleidervakuumbeutel getan und mit in die Sauna genommen. (Erfahrung aus letztem Epoxi-Projekt)
Strickschale_D21x18_Arb_3.JPEG
Abschließend wurde die Schale geschliffen und mit Bienewachs poliert, bevor der Schlitz eingesägt und auch geschliffen wurde.
Strickschale_D21x18_1.JPEG
Strickschale_D21x18_2.JPEG
Strickschale_D21x18_3.JPEG
Strickschale_D21x18_4.JPEG
Strickschale_D21x18_5.JPEG
Was hätte ich besser machen können, insbesondere beim Aushöhlen?
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
Viele Grüße aus Lehre
Horst
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Maggus
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Re: Große Strickschale

Beitrag von Maggus »

Was Du hättest besser machen können, sollen andere beurteilen.
Einzig die Spirale hätte ich vielleicht etwas höher angesetzt, weil das aktuell genutzte Garn ja vermutlich oben und nicht unten liegen wird.

Ich finde Deinen Wollbrummer gut und die vielen Risse gefallen mir.

Gruß,
Markus
maserknollen
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Re: Große Strickschale

Beitrag von maserknollen »

Altes Sprichwort:
" Langes Fädchen - Faules Mädchen" ( ???)
Was hättest Du besser machen können?:
Deine Tochter besser erziehen? Dann reichte vielleicht eine kleinere Schale
:evil: :evil: :evil: :evil: :evil:
Duck und wech 8-)
Nein, nicht hauen :kloppe: :prost:
Die Strickschale ist klasse geworden!!! Vor Allem ist dir die Schnecke sehr gut gelungen. Wer die mal geschnitzt hat, weiß, wie aufwändig es ist :Pokal: Ok, wie Markus schrieb, könnte etwas höher sein- sehe ich auch so.
Wie hast Du den Boden von unten bearbeitet?

PS.
Einen Bericht zu deiner interessanten Schuppskarre hatte ich ja schon mal angestoßen ;-)
Vielleicht willst Du uns dazu ja auch mal etwas berichten.
Gruß Ludger

Der krumme Baum lebt sein Leben.
Der gerade Baum wird zum Brett.
( aus China)
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Jens
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Re: Große Strickschale

Beitrag von Jens »

Hallo Horst,

ein toller Bericht :.:
:danke: für die aufschlußreichen Bilder und die Strickschale erfüllt bestimmt ihren Zweck.
Doch sehe ich auf dem ersten Bild eine Häkelnadel (das ist wie Drechseln und Schnitzen, zwei verschiedene Techniken mit Holz) oO
Mein Patenkind hat mir schon mal ihre gehäkelten Tiere gezeigt, sonst bin ich in dieser Rubrik auch eher Laie :red: .

Viele Grüße
Jens
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Re: Große Strickschale

Beitrag von drexler116 »

Ist richtig gut geworden und wenn nur ein Knäuel Wolle drin ist, dann ist die Schnecke auch nicht zu tief.
Wie hast du denn die Schnecke ausgesägt ?
Die ist dir super gut gelungen. 👍
Gruß von Manni aus Willebadessen - Niesen
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Re: Große Strickschale

Beitrag von Faulenzer »

Wenn du nicht mit einem kleinen 50er Futter spannst, brauchst du nicht mit dem Reitstock gegenhalten.

Dann lässt sich mit dem Haken von innen nach aussen, oder mit einer Röhre von aussen nach innen ausräumen.
Du kannst auch gut mit einem Forstnerbohrer schon vorräumen
Gruß Frank

Halbbretonischer Wusel
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bernie
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Re: Große Strickschale

Beitrag von bernie »

Ich finde Deinen Wollbrummer gut und das Holz gefällt mir auch.
Bernhard
der aus der schönen Warburger Börde grüßt!
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Ritschi
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Re: Große Strickschale

Beitrag von Ritschi »

Hallo Horst,
schöne Woll - Schale!
Die Schnecke hast du sehr sauber hinbekommen.
:.:
Gruß ritschi

Wer sich nicht bewegt, kann nichts bewegen…..!
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HorstE
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Re: Große Strickschale

Beitrag von HorstE »

Moin zusammen,

ganz lieben Dank für Eure zahlreichen Kommentare und Fragen. :danke:

@Ludger, hast Du schon mal versuch Mädels zu erziehen %b :kloppe: :baum:

und Jens, korrekt, sie häkelt Figuren. Die Schalen heißen bei A... so und das habe ich einfach übernommen; Wollbrummer oder Knäuelbunker wäre sicher passender ;-)

Ich habe einen 95 Zapfen mit Zentrierung angedreht und im 100er Futter gespannt, dann wie beschrieben ausgehöhlt. Für die Röhre war der Reitstock im Weg. Einen Haken habe ich (noch) nicht; da traue ich mich noch nicht ran 8-)
Auch die Risse haben mich beschäftigt, um nicht eine Flugshow zu veranstalten - daher auch das Angstpflaster ;-)
Ausgesägt habe ich den Schlitz mit Stichsäge und feinem Blatt (Schale noch im Futter gespannt und über die Teileinrichtung fixiert), etwas nach-gedremelt und dann mit Schleifleinen geschliffen - Fusselarbeit :-S
Nach Fertigstellung habe ich die Schale mit Spitze gegen ein Holzstück im Futter gedrückt und den Zapfen entfernt - Anforderung aus Hiddenhausen :lol:

... und den ersten "Schislaweng" für den Schlitz hatte ich höher angezeichnet - sah außen etwas verloren aus und so habe ich ihn tiefer und größer ausgeführt; funktionell habt ich aber Recht, dass die Gebrauchswolle nicht unten liegt.
Viele Grüße aus Lehre
Horst
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Re: Große Strickschale

Beitrag von Faulenzer »

HorstE hat geschrieben: Freitag 10. April 2026, 08:34 Ich habe einen 95 Zapfen mit Zentrierung angedreht und im 100er Futter gespannt, dann wie beschrieben ausgehöhlt.

Wichtig ist das der Zapfen zu den Backen passt. Die Backen haben ja einen Durchmesser bei dem die ganz rund anliegen.

HorstE hat geschrieben: Freitag 10. April 2026, 08:34 Für die Röhre war der Reitstock im Weg. Einen Haken habe ich (noch) nicht; da traue ich mich noch nicht ran 8-)
Du brauchst den Reitstock nicht zum unterstützen. Das Futter hält die Schale alleine und du hast Platz zum aushöhlen.

Lass dir den Haken vom Kollegen zeigen, im Hirnholz unschlagbar.
Gruß Frank

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Lila
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Re: Große Strickschale

Beitrag von Lila »

Hallo Horst,

deine Garnschale (so die korrekte Bezeichnung, wobei mir hier einige Begriffe besser gefallen) ist die super gut gelungen. Gerade auch die Holz Ausbesserungenit Epoxy und Kaffe gefallen mir sehr.
Vom Verhalten den Wollknäuels ist übrigens die etwas tiefer sitzende Spirale günstig. Während des Arbeitens sollte nämlich nur 1 Knäuel in der Schale liegen, da sonst die Gefahr von Wollkotze (hoffnungslos vertüddelte Garnenden) besteht.
Und wenn du noch mit Fachwissen flanzen willst frag Wikipedia nach Amigurumi.

Ich häkle gerade Sorgenfresser, weil Wolle und E-Spinner im Gegensatz zu Drechselbank und Holz im Krankenhaus erlaubt sind
Viele Grüße von Härtsfeld,
Lila

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